Diktatorpuppe zerstört, Schaden gering

Kunst als antifaschistische Intervention: Bei der Eröffnung von Madame Tussauds in Berlin im Jahr 2008 riss ein Besucher der ausgestellten Hitlerfigur den Wachskopf ab. So nah zum Denkmal für die ermordeten JüdInnen Europas, sagte der Kopfabreißer, sei es ein Hohn, Hitler als Puppe an seinem Schreibtisch sitzend auszustellen.
Wie kommen künstlerische Darstellungsformen in der postnazistischen Gedächtniskultur zum Einsatz? Im vorliegenden Buch werden künstlerische Interventionen diskutiert, die Kontinuitäten und Brüche des Nationalsozialismus als solche benennen und an ausgewählten Punkten strategisch eingreifen. Wie schaffen es diese künstlerischen Arbeiten, in die komplexen Situationen des Postnazismus zu intervenieren?
Die Involviertheit des Kunstfeldes, seiner Institutionen und Praxen in geschichtspolitische Verhältnisse werden dabei berücksichtigt und die Grenzziehung zwischen künstlerischer Autonomie und politischer Positionierung einmal mehr in Frage gestellt.
(Mandelbaum)

Mit Beiträgen u.a. von Suzana Milevska, Marika Schmiedt, Vida Bakondy und Renée Winter, Tomash und Johann Schoiswohl, Jana Sommeregger, Verband der Kärntner Partisanen, Sylvia Köchl, Drehli Robnik, Othmar Wundsam u.v.m.

Lisa Bolyos und Katharina Morawek (Hg.): Diktatorpuppe zertört, Schaden gering. Kunst und Geschichtspolitik im Postnazismus.
Mandelbaum 2012
368 Seiten, Eur 19,90

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