Suchy_Litanei

Donnerstag, 23. April 2015, 19:00,

Irene Suchy liest aus ihren Gedichten:

Ich wurde beobachtet statt geliebt.
Ich übernahm, weil ich nicht wusste,
mich zu lieben, mich zu beobachten.
Ich übernahm meinen
Beobachtungsposten.

Ich wurde meine Beobachterin:
genauso hart, untröstlich,
gnadenlos, böse, jähzornig,
meine Fehler mir heimzahlend.

Ich wurde, was meine Mutter mir war:
ich war mir mehr böse als ihr.

Irene Suchy: Litanei gottloser Gebete.
Bibliothek der Provinz 2013

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Eine Veranstaltung zum Welttag des Buches – mit Unterstützung des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels

Klemm_Aberland

In “Das Dorf” am 20.03.15, 20:00,

ABERLAND – Gertraud Klemm liest aus ihrem neuen Buch

Elisabeth, 58, versucht würdevoll zu altern. Ihr gutbürgerliches Leben ist charakterisiert durch das, was sie alles nicht getan hat: sie hat nicht studiert und nicht gearbeitet, sie hat ihre Kinder nicht vernachlässigt und ihren Mann nicht betrogen. Und sie beobachtet ihre Tochter Franziska, 35, die mit den Anforderungen der Gesellschaft an ihre Mutterrolle hadert und die theoretische Gleichberechtigung von Mann und Frau im Alltag nicht einlösen kann. Gertraud Klemm, die mit einem Kapitel aus diesem Roman im Juni den Ingeborg Bachmann-Publikumspreis in Klagenfurt gewann, schildert eine gesellschaftliche Situation, in der mit viel »ja – aber« die wichtigen Entscheidungen verschoben und verhindert werden, und ihr Blick auf die Lage ist gnadenlos, bissig und (aus Verzweiflung?) wahnsinnig komisch.
In der ZDF-Literatursendung “Auf dem blauen Sofa” v. 13.3.2015 wird die Schriftstellerin mit Elfriede Jelinek, Marlene Streeruwitz und Thomas Bernhard in eine Linie gestellt.

Das Dorf

Obere Viaduktgasse 2, 1030 Wien
Freie Spende
Mössmer_Die Sprachlosigkeit der Fische

Donnerstag, 26. März, 19:00,

Margit Mössmer liest aus ihrem neuen Roman:

Wir begegnen ihr als Au-pair-Mädchen in London, auf Sommerfrische in Bad Aussee oder als alte Dame in Ecuador. Wir beobachten ihren Alltag, sind bei großen Ereignissen dabei und folgen ihr auf fantastische Reisen. Sie ist Gerda, eine Frau, die immer schon dagewesen zu sein scheint und überall zugleich sein kann. Erzählt werden ihre Geschichten vom ecuadorianischen Arzt Jorge Oswaldo Muñoz, dem es sichtlich Freude bereitet, das eine oder andere absurde Detail einfließen zu lassen.
Ein unglaublich amüsantes Buch, das mit viel Charme und Verve zeigt, dass irgendwie alles möglich sein kann.

Margit Mössmer: Die Sprachlosigkeit der Fische. Edition Atelier 2015
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Fessel_Bronko

Dienstag, 24. Februar 2015, 19:00,

Karen-Susan Fessel präsentiert ihren neuesten Roman! Wir freuen uns darauf!

Bronko ist nicht gerade eine Schönheit, aber darauf kommt es ja schließlich nicht an. Bei ihrer Mutter hat er es auf jeden Fall besser als im Gnadenhof, findet Mai-Britt. So nimmt sie ihn kurzerhand mit. Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen, nicht nur für Bronko und die skeptische Mutter, sondern auch für Mai-Britt selbst. Denn dank Bronko steht sie kurz darauf einer außergewöhnlichen Frau gegenüber. Mai-Britt muss sie unbedingt wiedersehen und begibt sich auf eine turbulente Reise in die Schweiz. Allerdings nicht allein …

Karen-Susan Fessel: Bronko, meine Frau Mutter und ich.
Querverlag 2014

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Emma Adler

Freitag, 28. November 2014, 19:00,

Eva Geber hat Emma Adlers “Die berühmten Frauen der französischen Revolution 1789-1795″ neu herausgegeben und mit einem ausführlichen Nachwort versehen. Bei uns stellt sie es vor und wir freuen uns darauf!

Emma Adlers Opus Magnum »Die berühmten Frauen der französischen Revolution 1789 – 1795« erschien 1906 und stellt eine Pionierarbeit der Frauengeschichtsschreibung dar. Vorurteilsfrei widmet Emma Adler sich den Frauen jeglicher revolutionärer Richtung, weshalb sich Charlotte Corday, die Marat erstach, ebenso darin findet, wie Olympe de Gouges mit ihrer Deklaration der Rechte der Frauen. »Die Gleichheit vor dem Schafott war die einzige, die die Revolution für die Frauen wirklich festgestellt hat«, stellt Adler nüchtern fest. Ihr Mann, Viktor Adler, der Begründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs, kritisierte das Buch hart: »? allen Respekt vor der Arbeit – aber, so viel ich sehe, ist es erzreaktionär«. Er überlegt ironisch, sich öffentlich von ihr zu distanzieren, »sonst bringen sie mich noch auf die Guillotine, gegen die du eine gänzlich unbegründete Abneigung hast«.
Diese Kostbarkeit einer Würdigung von zehn Frauen, die in der Geburtsstunde der Zivilgesellschaft bereit waren, ihr Leben für die revolutionären Ideale aufs Spiel zu setzen, liegt nun nach über 100 Jahren wieder vor. Eva Geber hat es durchgesehen und ein Nachwort über Leben und Werk Emma Adlers hinzugefügt.

Emma Adler: Die berühmten Frauen der französischen Revolution. herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Eva Geber. Mandelbaum 2014

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Kegele_Bei Schlechtwetter..

Freitag, 14. November 2014, 19:00,

Die Publikumspreisträgerin beim letztjährigen Bachmann-Wettbewerb, Nadine Kegele, liest bei uns aus ihrem Roman “Bei Schlechtwetter bleiben Eidechsen zu Hause”.

Nadine Kegele hat die seltene Gabe, Poesie und Komik zu verknüpfen. Nach ihrem Erzähldebüt Annalieder legt die österreichische Autorin nun ihren Debütroman vor. In “Bei Schlechtwetter bleiben Eidechsen zu Hause” ist nicht nur das Wetter existenziell, auch die Leben der in bunten Farben schillernden Figuren sind es.
Nora bringt einen Hund um und vielleicht war es Mord. Die Füchsin füttert Blutegel, wenn sie nicht gerade Yoga macht. Vera ist Comic-Heldin im eigenen Sektimperium. Und Ruth eine Lesbe, die ein Kind will, Geschlecht egal, Hauptsache kein Junge und kein Mädchen. Und während die Freundinnen ein Leben versuchen, das sich nicht bloß gut anfühlt, sondern auch gut ist, liegt eine Mutter im Koma und stirbt hoffentlich, wenn es nach ihrer Tochter geht.
Nadine Kegeles Romandebüt ist bereits vor Erscheinen preisgekrönt: Für eine Arbeitsfassung erhielt die Autorin 2013 den Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Bei Schlechtwetter bleiben Eidechsen zu Hause beschreibt das Leben in Worten, so unglaublich treffend, als wären sie für Nadine Kegele erfunden worden.

Nadine Kegele: Bei Schlechtwetter bleiben Eidechsen zu Hause.
Czernin 2014

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joensson fischfang

Donnerstag, 6. November 2014, 19:00,

Cornelia Jönsson reist aus Berlin an, um uns aus ihren polyamoren und queeren Liebesgeschichten vorzulesen!

Geschichten über junge Großstadtmenschen, die miteinander in Beziehung stehen, sexuell, in Liebe, in Abhängigkeit. Sie sind lesbisch, hetero oder bisexuell, in einigen Geschichten erleben Frauen, die in heterosexuellen Beziehungen stecken, das erste Mal Sex mit anderen Frauen. Sie lieben eine/n oder lieben viele, streiten sich, schlafen miteinander. Teils spielen die Erzählungen im Fantasyambiente, so treiben auch Nixen und Vampirinnen ihr Unwesen. Sie können die Dramen des Begehrens verschärft und mörderischer ausspielen.
Jönsson schreibt hart, schonungslos und unbarmherzig, manchmal wirken ihre Sätze wie atemlose Spoken-Word Performances. Doch unter der Härte der Sprache, hinter den manches Mal brutalen Handllungssträngen ist immer wieder eins zu erahnen: die Liebe. Sie zeigt sich in vielen Varianten, im Scheitern, im Glück, in ihrer Zartheit und Verletzlichkeit, selbst in einer schmierigen Bahnhofskneipe morgens um fünf, nach durchwachter Nacht und endlosem Streit.
(Konkursbuch)

Cornelia Jönsson: Fischfang.
Konkursbuch 2013

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Hundegger_Wie ein Mensch

In der Frauenhetz am 21.11.2014, 19:00,

wie ein mensch der umdreht geht -
dantes läuterungen reloaded

Lesung mit Barbara Hundegger

Als eine der versiertesten Lyrikerinnen Österreichs hat Barbara Hundegger sich in Sprache und Bilder von Dante Alighieris Fegefeuer/Läuterungen gestürzt. Kunstvoll verwebt Hundegger die Themen, Gefühls- und Denkwelten des großen europäischen Dichters in eine moderne lyrische Auseinandersetzung und geleitet ihre LeserInnen durch ein Fegefeuer unserer Zeit. Fragend und kritisch, unpathetisch und emanzipatorisch zeigt die Lyrikerin in ihrer Reise durch Dantes Reich, wie viel aktuelle gesellschaftspolitische Brisanz in der „Göttlichen Komödie“ steckt – vom Raubrittertum der so genannten Eliten bis zur Vernutzung der Liebe im Kalkül. Dabei beherrscht sie es wie keine andere, mit allen sprachlichen Mitteln und Techniken von Fortschreibung, Montage, Widerspruch und Fokussierung Verse von größter atmosphärischer Dichte zu erzeugen, die vielgestaltig nachhallen.
Barbara Hundegger hat mit ihrem neuen Zyklus konzentrierte und gleichermaßen berührende Lyrik geschaffen, die das faszinierend Moderne und Gegenwärtige von Gedichten erfahrbar machen.

Barbara Hundegger, geboren 1963 in Hall in Tirol, lebt als freie Schriftstellerin in Innsbruck. Mehrere Jahre Studium der Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaft in Innsbruck und Wien; langjähriges Engagement in der Autonomen Frauenbewegung; berufliche Tätigkeit als Korrektorin, Lektorin und Redakteurin; Lektorin am Institut für Sprachkunst/Universität für Angewandte Kunst/Wien. Mehrfach ausgezeichnet, u.a. Reinhard-Priessnitz-Preis (1999), Christine-Lavant-Lyrikpreis (2003), Outstanding Artist Award für Literatur (2011). Zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt die Gedichtbände rom sehen und (2006) und schreibennichtschreiben (2009).

Moderation: Gerlinde Mauerer

Frauenhetz – Feministische Bildung, Kultur und Politik
1030 Wien, Untere Weißgerberstrasse 41
Veranstaltung für Frauen

Volkmann_Fremde Worte

Donnerstag, 23. Oktober, 19:00,

Jana Volkmann wird bei uns aus ihrer druckfrischen Erzählung “Fremde Worte” lesen, die soeben in der Textlichtreihe der Edition Atelier erschienen ist.

Hanna ist eine leidenschaftliche Buchkäuferin. Vielmehr als die AutorInnen oder Inhalte interessiert sie jedoch die Vorgeschichte der Bücher. Regel­mäßig durchstreift sie die Antiquariate ihrer Heimatstadt – stets auf der Suche nach einer Widmung, deren Hintergründe sie sich erdenken kann. Wie ein Zaungast blickt sie in die Leben fremder Menschen. Was als harmloses Spiel begonnen hat, wird jedoch immer mehr zu einem Rückzug Hannas von der Wirklichkeit. Bis sie einer Frau begegnet, die ihr Leben als Einzelgängerin stört.
Eine ergreifende Geschichte über eine junge Frau, die sich in ihrer Fantasie verliert – und über das Leben mit Büchern.

Jana Volkmann: Fremde Worte.
Edition Atelier  2014

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genthon-Louise-web

In “Das Dorf” am 24.10.14, 20:00,

LOUISE – BEFREIUNG INS IRRENHAUS
EVA GEBER liest aus ihrem (noch unveröffentlichten) Buch

Ende des 19. Jahrhunderts. Die 16-jährige Louise, Tochter aus gutem Haus, wird mit einem höheren k.u.k.-Beamten verheiratet. Die Ehe wird zur Katastrophe. Louise vereinsamt, wird „gemütskrank“ und flüchtet ins Irrenhaus. Louises Enkelin begegnet die „hysterische“ Großmutter in Familienerzählungen als furchterregendes Gespenst, aber auch als Großmama, die all ihre unverbrauchte Zärtlichkeit der Enkelin schenkte. Deren Leben verläuft ganz anders als das der Großmutter: ein Bohemeleben in den Achtundsechzigern und engagiert in der Frauenbewegung. Die Frau im Korsett und die Feministin.

Im Sog der Recherche von Eva Geber entsteht ein innerer Dialog mit Louise, in dem die Gegensätze und die starken Parallelen im Leben der beiden Frauen Kontur gewinnen und sich deuten lassen.

EVA GEBER, Autorin, Kulturpublizistin; 35 Jahre AUF-Redaktion; Wiener Frauenpreis 2009. Bruno-Kreisky-Preis 2013 für ihr Buch „Der Typus der kämpfenden Frau“.

Freie Spende

Reservierung: das.dorf@gmx.at oder Tel. 01-208 26 50

Obere Viaduktgasse 2/1
A – 1030 Wien